Untersuchungshaft (U-Haft)

„Der Beschuldigte kann sich in jeder Lage des Verfahrens des Beistandes eines Verteidigers bedienen.“ (§ 137 Abs. 1 StPO). Machen Sie von diesem Recht sofort Gebrauch.

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Das Wichtigste zuerst: Melden Sie sich bei uns oder lassen Sie Angehörige anrufen: 030 818 66 371. Nennen Sie Vorname, Nachname, Geburtsdatum, wenn möglich das Aktenzeichen und wo Sie sich befinden.

Was ist Untersuchungshaft?

Untersuchungshaft bedeutet, dass ein Beschuldigter inhaftiert wird, bevor ein Gericht über die Vorwürfe entschieden hat. Weil sie die Freiheit eines Menschen entzieht, der als unschuldig gilt, darf sie nur unter engen Voraussetzungen angeordnet werden (§§ 112 ff. StPO): Es muss ein dringender Tatverdacht bestehen, ein Haftgrund vorliegen und die Haft verhältnismäßig sein.

Der häufigste Haftgrund ist Fluchtgefahr. In der Praxis wird sie oft schon angenommen, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei bis drei Jahren zu erwarten ist, vor allem, wenn kein fester Wohnsitz oder enge Bindungen ins Ausland bestehen. Weitere Haftgründe sind Verdunkelungsgefahr und Wiederholungsgefahr.

Die ersten Tage entscheiden

Nach einer Festnahme muss der Beschuldigte spätestens am Tag danach einem Richter vorgeführt werden (§§ 115, 128 StPO). Dort entscheidet sich, ob ein Haftbefehl erlassen oder in Vollzug gesetzt wird oder ob eine Haftverschonung gegen Auflagen in Betracht kommt, etwa Meldeauflagen, Abgabe des Passes oder eine Sicherheitsleistung. Ein Verteidiger, der bereits in diesem Termin für Sie spricht, kann den Vollzug der Haft oft verhindern.

Haftprüfung und Haftbeschwerde

Wurde Untersuchungshaft angeordnet, können Sie jederzeit eine Haftprüfung beantragen (§ 117 StPO). Auf Antrag findet eine mündliche Verhandlung statt, spätestens zwei Wochen nach Eingang. Alternativ ist eine Haftbeschwerde möglich. Damit diese Schritte Erfolg haben, muss die Ermittlungsakte sofort eingesehen und durchgearbeitet werden.

Dauert die Untersuchungshaft länger als sechs Monate, prüft das Oberlandesgericht von Amts wegen, ob sie fortdauern darf (§ 121 StPO).

Kontakt nach draußen

Neben der Vorbereitung auf die Hauptverhandlung ist es wichtig, die sozialen Kontakte außerhalb der Justizvollzugsanstalt aufrechtzuerhalten, vor allem durch Besuche der Familie. Wie das in Berlin funktioniert, lesen Sie unter Besuch in der Untersuchungshaft.

In Fällen der Untersuchungshaft ist ein Verteidiger immer zu bestellen. Auf Wunsch übernimmt Rechtsanwalt Wiemann die Verteidigung als Pflichtverteidiger.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemeiner Art und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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