Akute Situation: Durchsuchung, Festnahme, Haft? Rufen Sie sofort an: 030 818 66 371. Machen Sie bis dahin keine Angaben zur Sache.
Vernehmung durch die Polizei
Werden Sie von der Polizei vernommen, etwa noch am Tatort, beachten Sie Folgendes:
- Als Beschuldigter dürfen Sie zu den Vorwürfen schweigen und sollten das auch tun. Aus Ihrem Schweigen dürfen keine Nachteile gezogen werden.
- Sie dürfen jederzeit, auch schon vor der Vernehmung, einen Strafverteidiger beauftragen und mit ihm sprechen.
- Angeben müssen Sie nur Ihre Personalien: Vor-, Familien- und Geburtsname, Ort und Tag der Geburt, Familienstand, Beruf, Wohnanschrift und Staatsangehörigkeit (§ 111 OWiG).
- Einer Vorladung der Polizei als Beschuldigter müssen Sie nicht folgen.
Häufig beginnt die Polizei vor Ort mit einer „informatorischen Befragung“. Dabei wird noch nicht über das Schweigerecht belehrt. Sie dient dazu herauszufinden, wer als Beschuldigter oder Zeuge in Betracht kommt. Aus Sicht der Ermittler ist es günstig, jemanden möglichst spät als Beschuldigten zu behandeln. Wer in diesem Stadium spontan etwas einräumt, kann das später nur schwer aus der Welt schaffen. Lassen Sie sich nicht aufs Glatteis führen und berufen Sie sich auf Ihr Schweigerecht.
Durchsuchung
- Keine Aussagen, keine Verhandlungen. Machen Sie keine Angaben und auch keine spontanen Äußerungen. Lassen Sie sich nicht auf scheinbar verlockende Angebote ein, etwa dass ein Geständnis die Durchsuchung beenden würde. Unterschreiben Sie nichts. Die Beamten sind geschulte Fragesteller.
- Rufen Sie sofort Ihren Anwalt an. Sie haben das Recht, Ihren Verteidiger zu kontaktieren. Gespräche mit Dritten können untersagt werden. Bitten Sie darum, mit dem Beginn zu warten, bis Ihr Verteidiger da ist. Einen Anspruch darauf gibt es nicht, häufig sind die Beamten aber kooperativ.
- Durchsuchungsbeschluss prüfen. Lassen Sie sich den richterlichen Beschluss zeigen und eine Kopie geben. Ein Beschluss, der älter als sechs Monate ist, rechtfertigt keine Durchsuchung mehr. Ohne Beschluss darf nur bei „Gefahr im Verzug“ durchsucht werden. Dann müssen die Gründe genannt werden.
- Informationen notieren. Aktenzeichen, Namen der Beamten und des Einsatzleiters, Beginn und Ende. Also: zuhören, schreiben, schweigen. Schreiben Sie danach alles noch einmal in Ruhe auf.
- Keine Beweismittel vernichten. Das kann zur Untersuchungshaft führen.
- Nichts freiwillig herausgeben. Widersprechen Sie der Sicherstellung und bestehen Sie auf einer förmlichen Beschlagnahme. Lassen Sie sich ein Verzeichnis der mitgenommenen Gegenstände geben.
- Zeugen informieren. Ehepartner, Kinder, Mitarbeiter oder Kunden sollten sich ebenfalls nicht spontan äußern und zunächst einen Anwalt fragen. Zeugen müssen vor Ort keine Angaben machen. Zur Aussage verpflichtet sind sie erst bei einer Ladung durch Staatsanwaltschaft oder Gericht oder durch die Polizei, wenn diese im Auftrag der Staatsanwaltschaft lädt.
Festnahme
- Leisten Sie keinen Widerstand.
- Lassen Sie sich den Haftbefehl zeigen, falls einer vorliegt.
- Schweigen Sie. Machen Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch.
- Bestehen Sie darauf, Ihren Verteidiger anzurufen. Alternativ bitten Sie Familie oder Vertraute, einen Strafverteidiger zu kontaktieren. Rechtsanwalt Wiemann steht Ihnen dafür als Fachanwalt für Strafrecht zur Verfügung.
Wie es nach einer Festnahme weitergeht, lesen Sie unter Untersuchungshaft.
Bürogemeinschaft von Strafverteidigern
An seinem Berliner Standort arbeitet Rechtsanwalt Wiemann neben seiner Partnerschaft bei Fischer & Partner Rechtsanwälte in einer Bürogemeinschaft mit weiteren Strafverteidigern:
- Yves Wiemann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht
- Florian Beisenbusch, Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für Verkehrsrecht
- Barbara Kloke, Rechtsanwältin für Strafrecht
In geeigneten Fällen bietet die Bürogemeinschaft eine Sockelverteidigung an, also die abgestimmte Verteidigung mehrerer Beschuldigter, jeweils durch einen eigenen Anwalt. Sie kommt in Betracht, wenn
- die Interessen mehrerer Beschuldigter weitgehend übereinstimmen,
- sich ihre Verteidigungsmöglichkeiten überwiegend gleichen und
- eine koordinierte tatsächliche und rechtliche Bearbeitung die Verteidigungschancen verbessert.
Die Beschuldigten profitieren von einer umfassenden, abgestimmten Strategie: Die Verteidiger bündeln Ressourcen und Fachwissen, tauschen Informationen aus und entwickeln die Verteidigung gemeinsam. Als eingespieltes Team erhöhen wir so die Effizienz und die Erfolgsaussichten im Verfahren.
Weitere Fragen
- Warum einen Strafverteidiger?
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